Studio M Hotel, Singapur – Schimmel im Preis inbegriffen

Für unseren Aufenthalt in Singapur haben wir das Studio M Hotel gewählt. Uns hat die Beschreibung auf booking.com für das Hotel sehr gut gefallen und auch die Kundenbewertungen sahen gut aus. Unser erster Eindruck vom Hotel war auch sehr positiv – tolle Lage, fancy Ausstattung, nettes Personal an der Rezeption. Im Laufe des ersten Tages änderte sich unsere Einschätzung leider, aber dazu jetzt mehr im Detail.

Studio M Hotel

Die Lage des Studio M Hotel

Das Studio M Hotel liegt an der Nanson Road, Robertson Quay, nur einen Steinwurf entfernt vom Singapore River. Fußläufig gibt es viele Restaurants und Bars in und vor denen man wunderschön und gemütlich den Tag ausklingen lassen kann. Wer etwas mehr Trubel möchte, kann auch nach Clarke Quay gehen, einfach immer den Fluss entlang in Richtung Marina Bay. Vom Hotel aus lässt sich die Stadt sehr gut und problemlos zu Fuß erkunden. Kleine Supermärkte gibt es auch einige, so dass man sich mit Getränken und kleinen Snacks versorgen kann.

Die Lobby

Die Lobby im Studio M Hotel ist klein und übersichtlich. Zentraler Punkt in der Lobby ist die ovale Rezeption, die mitten im Raum platziert ist. Über der Rezeption längen futuristisch wirkende Lampen. Auch einige Sitzgelegenheiten befinden sich in der Lobby. Aufgrund des kleinen Raumes ist es allerdings kein Ort, an dem man sich freiwillig länger als notwendig aufhalten möchte. Durch das ständige Kommen und Gehen ist es immer recht wuselig hier.

Die Mitarbeiter an der Rezeption sind bemüht und recht geschäftstüchtig. Beim Check-in wollten sie uns direkt ein Upgrade verkaufen. Es brauchte eine kurze Weile, bis wir dies abschmettern konnten. Nach dem Check-in sind wir dann auch direkt in unser Zimmer auf der 3. Etage gefahren.

Zimmer auf der 3. Etage

Auf den ersten Blick macht das Zimmer einen guten Eindruck. Die Grundfläche ist extrem klein und die gesamte Fläche – bis auf einen kleinen Weg – wird vom Bett eingenommen. Das Waschbecken befand sich am Fußende des Bettes. Links und rechts der Eingangstür geht jeweils eine Tür ab. Die eine führte in die Toilette, die zweite gibt den Blick auf eine Dusche frei. Dusche und Toilettenraum haben die gleiche Größe. Am Fußende des Bettes führt die Treppen auf eine Art Balkon – welche lt. Beschreibung ein Sofa und einen Tisch beheimaten solle. In unserem Fall ist das Sofa anscheinend schon als dritte Bett aufgebaut worden und der Tisch entpuppt sich als kleiner Schreibtisch. Die Aussicht aus den großen Fenstern ist nicht wirklich berauschend – wir schauen auf die Straße und das gegenüberliegende Gebäude. Aber ok, denn wir wollen das Zimmer ja in erster Linie zum Übernachten nutzen.

Erste Nacht im Zimmer auf der 3. Etage

Auf der Straße vor dem Zimmer ist recht wenig Verkehr und die Fensterscheiben scheinen gut isoliert zu sein, denn es ist angenehm ruhig. Das Bett ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig. Auf der dicken Matratze des Bettes ist nochmal eine dünnere – wie eine Auflage – platziert. Diese verschiebt sich bei jeder Bewegung im Bett, so dass wir am nächsten Morgen sehr viele Wellen im Bett haben (und ich spreche hier vom ganz normalen Umdrehen im Bett – nicht das hier jetzt irgendetwas hineininterpretiert wird ;-)). Leider hat das Verschieben dieser Auflage auch dazu geführt, dass ein Blick auf die Matratze zum Vorschein kommt und dieser Anblick ist alles andere als schön. Zu Hause hätte ich mich geschämt eine solche Matratze an die Straße für den Sperrmüll zu stellen. Auch das Bettlaken, welches wir uns jetzt mal etwas genauer anschauen, weißt diverse Farbtöne auf und es scheinen kleine Schimmelflecken zu sein.

Duschen und sich schmutzig fühlen

Na gut, Matratze, Bettlaken und Bettbezüge haben schon einmal nicht zum Wohlbefinden beigetragen. Dann erst einmal ab unter die Dusche, um sich wieder einigermaßen sauber zu fühlen. Tja, aber auch dieses Räumchen hat so seine Tücken. Die Holztür, welche auch gleichzeitig die vierte Seite der Dusche darstellt, ist wohl schon etwas länger an ihrem Platz, denn durch die permanente Feuchtigkeit und Wasserzufuhr hat sich diese schon derart verzogen, dass sie sich nicht mehr schließen lässt.

In dem Duschräumchen selbst gibt es noch eine Mini-Bank, aber wir sind uns nicht sicher, welche Pilzarten sich dort so alles tummeln. Auch die Ecken und Fugen der Dusche weisen schon einen recht starken Schimmelbefall auf. Zum Glück haben wir Badeschlappen dabei, denn ohne diese wäre das Duschen aus meiner Sicht nicht möglich gewesen. Leider fühlen wir uns aufgrund der nicht vorhandenen Reinlichkeit aber auch nach dem Duschen nicht wirklich frisch und sauber.

Eine Lösung muss her

Gut, wir haben das Studio M Hotel für fünf Nächte gebucht. Da es so nicht weitergehen kann, geht es also nach dem Anziehen erst einmal runter zur Rezeption, um zu klären, wie es jetzt weitergehen soll. Der junge Mann, der an diesem Morgen seinen Dienst dort ausübt, muss sich alle Mängel geduldig anhören, die im Zimmer vorhanden sind. Bei meinem Vorschlag, das Zimmer einmal richtig zu reinigen und die Matratze gegen ein neues Exemplar zu tauschen, ebenso wie die Bettwäsche, lächelte er mich nur mitleidig an. Am Ende kommen wir zu der Übereinkunft, dass wir auf keinen Fall eine weitere Nacht in diesem Zimmer bleiben werden und er sich bis zum Abend eine Lösung überlegen soll, denn unseren Tagesausflug nach Jakarta, Indonesien, wollten wir nicht wegen eines indiskutablen Hotelzimmers aufgeben.

Neuer Abend, neues Zimmer

Als wir am Abend dann zurück nach Singapur ins Hotel kommen, erwartet uns der junge Mann an der Rezeption freudestrahlend. Er verkündet und stolz, dass er eine Lösung gefunden hat. Diese sieht wie folgt aus: Wir ziehen aus dem Zimmer aus und erhalten ein Upgrade in die 8. Etage. Ok, unsere Sachen haben wir noch gar nicht aus den Koffern ausgepackt, so dass wir den Umzug direkt durchführen können. Das Zimmer im achten Stock befindet sich an einer Ecke des Hotels, so dass wir eine fantastische Fensterfront und eine tolle Aussicht auf die Stadt und den Singapore River haben. Bei diesem Zimmer befindet sich im Erdgeschoss nur ein Sofa und das Bett ist auf der zweiten Ebene. Ansonsten ist die Aufteilung identisch mit dem ersten Zimmer. Ach ja, das Upgrade beinhaltet noch Cup-Nudelsuppen, die neben dem Wasserkocher auf uns warten.

Sauber ist nicht gleich sauber

Diesmal habe ich direkt darauf geachtet, wie die Matratze und die Bettwäsche aussieht. Auf jeden Fall hat die Bettwäsche in diesem Zimmer keine Schimmelflecken – schon einmal ein erster großer Pluspunkt. Die Matratze weist an der einen oder anderen Stelle undefinierbare Flecken auf, aber mit etwas gutem Willen und einer gehörigen Portion Ignoranz ist dies gerade noch so akzeptabel.

Auch auf der 8. Etage gilt: Für Menschen mit Platzangst bleibt nur die Möglichkeit die Tür vom WC-Räumchen offen zu lassen, denn es ist wirklich eng. Der Duschraum ist auf jeden Fall frisch geputzt – es riecht noch deutlich nach Desinfektionsmittel, aber auch hier tummelt sich noch der eine oder andere Schimmelpilz in den Ecken und Fugen. Klar bekommt man etwas nicht so einfach weg, aber um den Anblick nicht mehr ertragen zu müssen hilft nur eines: Selber einen Putzschwamm besorgen und etwas Körpereinsatz von mir beim Schrubben. Danach geht es einigermaßen und schließlich haben wir ja noch unsere Badeschlappen.

Swimming Pool im Studio M Hotel

Wie bereits in den vorherigen Hotels haben wir uns den Pool im Studio M Hotel auch nur angeschaut, aber nicht genutzt. Ehrlich gesagt ist mir nach der „Reinlichkeit“ der Zimmer auch die Lust darauf vergangen. Aber schön anzusehen ist der Pool auf jeden Fall. Und wir sehen ihn während unserers Aufenthalts häufiger, denn der Raucherplatz befindet sich – wie der Pool – auf der 2. Etage des Hotels im Außenbereich.

Frühstück

Im Studio M Hotel befindet sich der Frühstücksbereich wie der Pool und Raucherbereich auf der 2. Etage. Der Frühstücksbereich ist eine Misch aus Indoor und Outdoor. Eigentlich sitzt man draußen, aber alles ist überdacht und irgendwie doch geschossen. Im Grunde eine schöne Sache. Wir haben uns gegen das Frühstück im Studio M Hotel entschieden. Dies lag nicht an den oben aufgeführten Erfahrungen mit dem Zimmer. Jedoch ist unser Eindruck, dass 18 Euro pro Person und Tag für ein Frühstückdeutlich zu hoch ist, zumal wir eigentlich nur viel Kaffee trinken und eine Kleinigkeit essen würden. Also frühstücken wir einfach außerhalb des Hotels – Optionen gibt es reichlich.

Fazit zum Studio M Hotel

Nach unserer Erfahrung in diesem Hotel habe ich etwas recherchiert und eine Bewertung im Internet gefunden, die zwar etwas heftig wirkt, aber irgendwie doch ganz gut beschreibt, wie wir es (teilweise) empfunden haben. Ein Nutzer schrieb über das Hotel: Außen hui und innen pfui! Diese fünf Worte sind auf jeden Fall für die Zimmer passend. Die öffentlichen Bereiche im Hotel wirken dagegen sauber und gepflegt auf uns.

Wir haben vor auf jeden Fall noch einmal nach Singapur zu fahren, aber mit Sicherheit werden wir dann ein anderes Hotel buchen. Sorry, Studio M Hotel, die Idee mit den Zimmern über zwei Ebenen ist wirklich nett, aber ich möchte nicht in einem Loft inspirierten Designer Hotel (hoteleigene Beschreibung) übernachten und am nächsten Morgen mit einem mulmigen Gefühl in die Dusche gehen. Dann lieber kein Design und nur eine Ebene, aber dafür sauber.

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