Nach einem aufregenden ersten Tauchgang am Carless Reef, wo wir fantastische Korallenformationen bewundern konnten, findet unser zweiter Tauchgang des Tages am Riff El Fanadir statt.
Unser Tauchgang am Riff El Fanadir (nord)
Direkt nach unserem Einstieg vom Boot ins Wasser fühlen wir wieder diese fantastische Ruhe der Tiefe. Die Sonnenstrahlen tanzt auf der Wasseroberfläche, während wir langsam abtauchen. Nach der doch recht intensiven Strömungen am Carless Reef wirkt dieser Tauchgang bei El Fanadir fast meditativ. Das Riff fällt sanft ab und die Sicht ist klar.
Farbenpracht und versteckte Jäger
Je tiefer wir kommen, desto lebendiger wird die Unterwasserwelt. Weich- und Hart-Korallen schmücken das Riff in allen Farben – Lila, Gelb, Orange. Zwischen ihnen tummeln sich Clownfische, Papageifische und ein paar schillernde Falterfische. Besonders beeindruckend sind die riesigen Tischkorallen, die wie natürliche Dächer über dem Riff schweben.
Unser Guide, Hischam (auch Amr genannt) zeigt auf eine unscheinbare Stelle im Sand. Erst beim zweiten Hinsehen erkennen wir, dass sich hier ein Krokodilfisch, perfekt getarnt mit seinem flachen, sandfarbenen Körper und den markanten Augen, ein Ruheplätzchen gesucht hat. Regungslos liegt er da und wartet auf Beute. Wenige Meter weiter entdecken wir einen Steinfisch. Auch dieser ist fast nicht zu erkennen zwischen den Korallen. Sein Tarnkleid ist so perfekt, dass er wie ein Stück des Riffs selbst wirkt. Diese Begegnungen erinnern uns daran, wie unglaublich gut angepasst und zugleich gefährlich schön die Unterwasserwelt sein kann.
Im Briefing wurde uns gesagt, dass es hier sehr viele Oktopusse gibt. Na ja, was soll ich sagen: Wir haben vieles gesehen, aber nicht einen einzigen Oktopus, jedenfalls nicht bei diesem Tauchgang. Und nein, dies ist keine Beschwerde, denn schließlich handelt es sich nicht um feststehende Objekte, sondern mobile Tiere. Es ist lediglich eine Feststellung.
Auf unserem Rückweg zum Boot treffen wir auf mehrere Kugelfische, die so überhaupt keine Berührungsängste mit uns Tauchern zu haben scheinen. Sie tanzen um uns herum, zeigen sich von allen Seiten und gucken uns aus ihren großen Augen an. Irgendwie wirken sie wie niedliche kleine Hundewelpen, die ihren Spaß haben.
Rückkehr an die Oberfläche
Langsam steigen wir wieder auf, begleitet von einem letzten Blick auf das schillernde Blau unter uns. Den Sicherheitsstopp haben wir übrigens schon während unseres langsamen Aufstiegs auf dem Rückweg absolviert. An der Oberfläche angekommen müssen wir lächeln. Zwei so unterschiedliche Tauchgänge an einem Tag: das eher wilde, strömungsreiche Carless Reef am Vormittag und das friedlich-vielfältige Riff El Fanadir am Nachmittag. Gegensätze, die sich perfekt ergänzen.
Zurück an Board der Aquarius 9 wärmt uns die ägyptische Sonne und wir wissen: Das war einer dieser Tage, die man so schnell nicht vergisst. Der nächste Urlaub ist bereits geplant und wir freuen uns auf neue Abenteuer im Roten Meer. Und auch dann werden wir aller Voraussicht nach unsere Tauchgänge wieder mit dem Aquarius Diving Club Hurghada planen.









